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Rehlinger
10.06.2020

› Anke Rehlinger,
Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr

Liebe Leserin, lieber Leser,

es war unvorstellbar. Innerhalb von wenigen Wochen ist Saarland, ist Deutschland, sind Europa und die Welt vom Normalzustand über einen weitgehenden Lockdown in eine tiefe Wirtschaftskrise gerutscht. Aus guten Gründen, denn die Anti-Corona-Maßnahmen haben weltweit wohl Millionen Menschenleben gerettet.

Aber es bleibt der Fakt einer vor ein paar Monaten nicht vorstellbaren Krise quer durch alle Wirtschaftsbereiche: Von der Montanindustrie, über den Mittelstand und die Dienstleistungsbranche bis hin zum Laden oder der Pizzeria um die Ecke.

Allerdings wäre auch die Antwort der Politik auf diese Krise noch vor einigen Monaten unvorstellbar gewesen. Viele Milliarden schaufeln Bundes- und Landesregierung frei, um die Wirtschaft zu stabilisieren und einen Schub auszulösen, der uns aus dieser Krise wieder rausbringen kann.

Die Vollbremsung unserer Wirtschaft müssen wir also dadurch beantworten, dass wir das Gaspedal direkt wieder durchtreten. „Volle Power“ meint also, dass wir als Landesregierung alle uns zur Verfügung stehenden Kräfte mobilisieren, um zu helfen und Unternehmen zu stützen. Das reicht von Soforthilfen über Kredite bis hin zu gezielten Landesbeteiligungen an Unternehmen in Not, um die Arbeitsplätze im Saarland zu erhalten. Und dass wir auf Zukunft und Investitionen setzen und dafür auch massiv im Bund werben.

Sie finden hier auf diesen Seiten Informationen über Angebote und Beratung, über Förderung und Hilfen. Scheuen Sie nicht den direkten Kontakt zu den Expertinnen und Experten bei saaris, bei IHK und Handwerkskammer und auch bei mir im Ministerium. Wir setzen alles daran, dass der saarländische Mittelstand und mit ihm die gesamte saarländische Wirtschaft gut aus dieser Krise wieder herauskommt.

Mit freundlichen Grüßen und Glück auf,


Ihre Anke Rehlinger

Demobild
25.05.2020

› Stephan Schweitzer,
Geschäftsführer saaris e.V.

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Auswirkungen der Corona-Pandemie beschäftigen Mittelständler, Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsförderung seit dem Beginn des Lockdowns intensiv. Standen und stehen tagesaktuell die Fragen nach Lockerungen, finanziellen Soforthilfen und kurzfristigen Überlebensstrategien im Mittelpunkt, so müssen wir uns baldmöglich mit den mittel- und langfristigen Folgen der Pandemie beschäftigen.

Eines ist sicher: Nichts wird mehr sein wie vorher. Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Dekade wurde durch das Virus voll ausgebremst. Diese Vollbremsung hat vorhandene strukturelle Herausforderungen vertieft, aber auch neue Probleme offen gelegt. Jetzt gilt es, neu anzupacken. Vogel Strauß war gestern, wir blicken nach vorne. Auch und gerade im „Mutterland des Strukturwandels“: im Saarland!

Späte Wiedervereinigung, Kohlekrise, diverse Stahlkrisen, das Auf und Ab im Automotive-Bereich, die Vor- und Nachteile der Grenzlage, die enge Einbindung in volatiler werdende internationale Wertschöpfungsketten, Brexit, die besonders schwere Suche nach Venture Capital, die Chancen unserer Forschung und der Kampf um Fachkräfte: all dies waren und sind Herausforderungen für das Saarland seit 75 Jahren. Wir sind Wandel gewohnt. Deshalb hätten wir nicht auch noch die Auswirkungen einer Pandemie gebraucht. Aber wenn eine Wirtschaftsregion Wandel kann, dann wir!

Nachdem für viele der erste Schock über die „Vollbremse Corona“ überwunden ist, gilt es jetzt die Ärmel hochzukrempeln. Und die Richtung zu finden.

Denn viele Experten sind sich einig, dass nach der Pandemie nur noch wenig so sein wird wie vorher.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt:
„Es droht die tiefste Rezession seit dem Krieg. Niemand, der heute Verantwortung trägt - Unternehmer ebenso wie Politiker - hat jemals etwas auch nur annähernd Vergleichbares erlebt. Das Ergebnis ist eine fundamentale Verunsicherung. Alle sind sich einig, dass die Welt nach Corona ganz anders aussehen wird als vorher. Wie wir aber alle konkret in Zukunft wirtschaften werden, bleibt meist im Ungefähren.“

Gemeinsam mit der Landesregierung, mit wichtigen Stakeholdern der Wirtschaft, der Wirtschaftspolitik, der Wirtschaftsförderung und vor allem mit Ihnen wollen wir auf dieser Webseite das „Ungefähre“ verklaren, die mittel- und langfristigen Veränderungen nach der Pandemie in den Fokus nehmen mit Hintergründen, Hinweisen und Hilfestellungen für das Wirtschaftsleben an der Saar.

Ein einfaches „Back-to-normal“ wird es nicht geben. Vielmehr ist von einem langen Erneuerungszyklus der Wirtschaft auszugehen, der sich nicht – wie bisher – in einem Umfeld grundsätzlich freundlicher, weltweiter Konjunkturlagen abspielt, aber dem alle bereits vor Corona bestehenden Herausforderungen (Klimaschutz u.ä.) erhalten bleiben.

Stellen wir uns gemeinsam diesen Herausforderungen. Für unsere Betriebe, für unsere Geschäftsideen, für unsere Mitarbeiter/innen, unseren Wirtschaftsstandort und unser Land.


Stephan Schweitzer, Geschäftsführer